Rückblick: Gemeindeabend in Oberbobritzsch

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Tu anderen das, was du auch von ihnen getan haben möchtest. – Unter diesem Motto aus der Bibel (Matthäus 7,12 a) stand die diesjährige dreiwöchige Jugendbegegnung. Diese fand im Rahmen der, seit Ende 2010 bestehenden, deutsch-papua-neuguinesischen Partnerschaft zwischen der Evangelischen Jugend des Kirchenbezirks Freiberg und der des city circuit Lae statt. Durch sie konnten acht Jugendliche aus Lae vom 13. Juli bis 3. August bei gastgebenden Jugendlichen, deren Familien, dem Leipziger Missionswerk und auch Gemeinden aus dem Kirchenbezirk zu Gast sein. Aus der Oberbobritzscher Gemeinde hatten 2011 zwei Jugendliche Gäste und waren 2012 selbst welche in Papua-Neuguinea. Dadurch gab es bereits eine besondere Beziehung und so waren am Dienstag, dem 29. Juli schließlich Gäste und Gastgeber für einen Abend bei uns zu Gast.

Dieser startet mit einem Essen, Gesprächen und anscheinend einigem Spaß im Christenlehreraum.
19:30 Uhr ging es dann mit einer Andacht in der Kirche weiter, die mit Chorgesang, Bläserklängen, Lesungen, einer Predigt samt deren Übersetzung, sowie Gemeindeliedern mit Orgelbegleitung ziemlich reichhaltig war.

Nach einer kurzen Pause zeigten die Jugendlichen aus PNG, die inzwischen traditionelle Kleidung und Schmuck angelegt hatten, im etwas kühlen Gemeindesaal ein kulturelles Programm, mit Tänzen und musikalisch durch traditionelle Instrumente (darunter die für PNG typische Kundu-Trommel) begleiteten Liedern in der Landessprache Tok Pisn/Tok Pidgin (auch Pidgin-Englisch genannt) und Kote (einer von hunderten Stammessprachen). Neben Lobpreisliedern gehörten auch der diesjährige „teamsong“ und ein Anspiel dazu, welche beide die bereits erwähnte Goldene Regel aus dem Matthäusevangelium zum Thema hatten.

Nach Danksagungen und dem Austausch von Geschenken (Kacheln mit dem Motiv unserer Kirche für unsere Gäste und papua-neuguinesischem Kaffee, Thunfisch und einer Kette für unsere Pfarrerin) war noch Raum und Zeit für Austausch mit den Weitgereisten. Von Fragen wie „Wie sieht es mit der Ökumene in PNG aus?“ oder „Woraus und wie werden die Trommeln gebaut?“ über das Erzählen von der Situation bei uns („Bei uns gibt ‘s aktive Mitglieder in den verschiedenen Kreisen, aber der Gottesdienst nimmt keine so zentrale Rolle im Gemeindeleben mehr ein.“) gab es eine Menge Gesprächsstoff.

Und so endete der Abend wohl für beide Seiten mit einem guten Gefühl des Beschenkt- und in Jesus Verbundenseins.
Dass es so gut sein würde, war im Vorhinein noch nicht abzusehen gewesen, denn bei der Organisation gab es schon ein wenig Durcheinander – auch weil schnell entschieden werden musste, ob wir solch einen Abend bei uns wollen und ihn vorbereiten können. So was soll ja keine zusätzliche Belastung sein, sondern eine Sache offener Arme (biblische Gastfreundschaft wie zu Zeiten der ersten Christen). Doch Stühle und Tische stellen, Schnittchen schmieren und so sind zwar alles kleine Sachen, aber sie wollen eben auch gemacht werden und brauchen ihre Zeit und Menschen die sich darum kümmern. Man braucht eine/-n verlässlichen Ansprechpartner/-in. Außerdem war es ja ein Abend in der Woche und auch Urlaubszeit, wo eventuell nicht so viele Leute zusammengekommen wären. Außerdem schienen da zunächst zwei unterschiedliche Vorstellungen aufeinander zu treffen. Posaunenchor, Kirchenchor, eine lange Andacht – das ist alles gut gemeint, doch wenn die Partnerschaftsgruppe noch ihr kulturelles Programm zeigen und mit uns in ’s Gespräch kommen würde, wäre sicher der zeitliche Rahmen gesprengt und die meisten würden schon nach der Andacht wieder heim gehen. So waren die Gedanken. Aber sollte denn dann noch alles wieder umgestellt werden.? Ich dachte, wenn Gott den Abend segnen will wird ’s trotzdem gut werden, auch wenn wir uns noch so trottelig anstellen. Und es so war es auch, sogar besser als gedacht, denn so hatten beide Seiten was davon, denn keine war nur Empfänger, sondern beide haben die andere beschenkt.

Was die Gruppe sonst noch so miteinander erlebt hat kann man anhand von Bildern und kurzen Texten im Blogg zur Jugendpartnerschaft auf der Seite der Evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Freiberg (http://evju-freiberg.de/das-sind-wir/partnerschaftsarbeit/629-blogg-jugendbegegnung) sehen und lesen. Ich finde das sehr inspirierend, hoffe ’s hat Ausstrahlung auf unser’n Kirchenbezirk und ich freue mich sehr, dass die Partnerschaft so gut fortgesetzt wird. Es geht um das Lernen voneinander. Ich glaube aber dass es gar nicht unser Verdienst ist, sondern Gott hat es arrangiert dass junge Leute miteinander lernen. Das hätte es so vielleicht nicht gegeben, wenn er sie nicht zusammengeführt hätte. Wir haben Grund zu Danken.

„Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an der Welt Ende, die auf dem Meer fahren und was darinnen ist, die Inseln und die darin wohnen!“ Lutherbibel 1912 (Text von Martin Voigtländer/Bilder Friedemann Voigtländer)

Gemeindeabend-Oberbobritzsch

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Ev.-Luth. Kirchgemeinde Bobritzsch

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